Vierter Abschnitt: Amerikanisch Samoa nach Neuseeland
Von Amerikanisch Samoa nach Neuseeland, 1558 Seemeilen, 11 Flugstunden, vergleichsweise kurz
.....es ist diesmal alles relativ kurz
Es gibt eine ziemlich große Anzahl von Inseln entlang der Strecke, die diesen Reiseabschnitt
ein wenig interessanter machen. Ich werde einen Ölwechsel am Flugplatz Ardmore, südöstlich
vom Flugplatz Auckland gelegen, machen lassen. Ich habe bereits nachgehakt, AeroShell
ist jederzeit zu haben.
Mir ist bange, meine Tante in Whangarei, nördlich von Auckland, zu besuchen. Mein Vati wird auch
anreisen, und zusammen planen wir mit Zug und Flugzeug ein wenig von Neuseeland zu entdecken.
Flugbericht: Pago Pago nach Auckland, Neuseeland
14. - 15. März
Wieder unterwegs -- nach einem weiteren schwierigen Morgen. Ich denke, ich sollte mit
Problemen rechnen, and ich werde wahrscheinlich noch mehr in anderen Ländern haben, da ich
nicht alle Regeln und den erforderlichen Papierkram kenne.
Früh aufgestanden, der nette Meteorologe von der Nachtschicht lies mich seine Ausrüstung benutzen --
er schlief auf dem Boden und ging raus, eine Zigarette rauchen während ich mir das Wetter
betrachtete. Die Winde kommen mit 10 - 15 Knoten aus dem Westen, viel besser als gestern.
Der erste Zyklon ist vorbei gezogen, un der zweite sieht größer aus, ist aber noch nordwestlich von
Neuseeland. Die Vorhersage für Auckland zeigt klares Wetter zum Zeitpunkt meiner Ankunft.
Zeit, das Flugzeug klar zu machen.
Als ich gerade nach draußen will, beginnt es in Strömen zu regnen. Ich entschließe mich, zuerst den
Papierkram zu erledigen. Als ich an den Büros vorbeikam, waren alle Lichter aus und die Türen verschlossen,
obwohl man mir am Vortag erklärte, jemand würde da sein. Einer vom Sicherheitsdienst fand mich und versicherte,
jemand würde anwesend sein und klopfte an die Tür. Wir hörten ein Rascheln und der Zöllner kam an die Tür.
Ein anderer Zöllner aus einer vorherigen Schicht sagte, ich solle hier erscheinen, um meine Papiere
vor meiner Abreise gestempelt zu bekommen, erklärte ich. Ich zeigte ihm das papier (die Quittung von meiner
Ankunft). Dies sei das falsche Formular, meinte er, und ich bräuchte eine Zollerklärung, die vor der
Abreise zu stempeln sei. Ich habe keine solche, antwortete ich, ich sei eine Privatpilotin und kein
Unternehmen. Nach einigen Diskussionen wollte der Zöllner nichts außer der vorschriftsmäßigen
Zollerklärung akzeptieren, die ich von Samoan Air bekommen würde. Ich trottete rüber zu
Samoan Air und fand schließlich einen Piloten, der mich ins Büro ließ und mir ein Blanko-
Formular ausdruckte. Carrie ist ein Amerikaner, der für Samoan Air fliegt; ich dankte ihm mehrfach,
und er wünschte mir alles Gute.
Zurück zum Zoll -- der Zöllner lächelte, als er sah, das ich das richtige Papier hatte, das
Formular gerne abstempelte und mir einen guten Flug wünschte. Er war verwundert darüber, das der Flug
elf Stunden benötigen würde und hoffte, ich würde nicht allzu müde werden.
Es hatte aufgehört zu regnen, also beladen, Vorflugkontrolle und den Motor starten. Ich rief Amy und
Ella im Tower, sie gaben mir meine Freigabe und liessen mich rollen. Sie nannten mir die
Kurzwellenfrequenzen, und ich hob mit einer sehr niedrigen Steigrate ab. Sie fragten, ob ich
heute Morgen beim Tower reingeschaut hätte; nein, erklärte ich, ich hätte meine Wettervorhersage bekommen
und daher nicht noch den Tower aufgesucht. Das war bedauerlich, da die beiden eine Art care Paket
für mich vorbereitet hatten. Jetzt tat es mir leid, dass der Meteorologe mich in sein Büro gelassen
hatte. Ich war ein wenig knapp dran mit Nahrung auf diesem Flug. Danke Amy und Ella!
Es fanden sich vereinzelte Sturmzellen ringsum, und einige Blitze von Wolke zu Wolke, aber das Wetterradar
zeigte nichts. Als ich eine Höhe von 1000 Fuss durchstieg, stotterte der Motor. Ich schluckte, der Motor fing
sich wieder und es ging weiter. Ein paar Minuten später dann gravierende Aussetzer des Motors. Ich kurvte
und kehrte zurück nach Pago. Ich rief Ella und Amy und sagte ihnen, ich werde kehrt machen und weiterhin
steigen, und das der Motor leicht stotterte und ich während des Steigflugs näher am Land sein wollte.
Sie genehmigten das Manöver. Ich rief wieder rein als ich, endlich auf Höhe, mich erneut davon machte.
Sie wünschten mir einen guten Flug.
Die Weitergabe der Position über Faleolo (Samoa) Anflugkontrolle klappte so la-la, nachdem ich unter
Vermittlung eines Polynesischen Linienfluges mit AUckland Radio und dann wieder mit der Pago Anflugkontrolle
gesprochen hatte. Jeder wollte wissen wo ich war. Als ich an Dua Amotu (Tonga) abgegeben wurde, war
das Funken wegen Störungen auf der Kurzwelle schwieriger, aber wir verständigten uns, also machte
ich weiter. Ich war nicht sicher ob sie meine nächste Positionsmeldung empfangen hatten, also machte ich
meine Meldung auch über Auckland Radio. Die schickten mich zurück zu Fua Amotu. Von Frank und Greg erfuhr
ich dass New Zealand Air die "großen Hunde" in diesem Luftraum waren. Wenn die also wüßten wo ich sei,
wäre ich ok, überlegte ich.
Ich hatte einen Gegenwind von ungefähr 9 Knoten zum Zeitpunkt des Starts, der nach zwei Stunden
auf 20 Knoten zunahm. Ich war nicht allzu besorgt, der Wind sollte nachlassen, schließlich zum Rückenwind werden.
Selbst falls nicht, ich hatte genug Treibstoff für den Flug -- ich freute mich einfach nicht auf einen
weiteren 15-stündigen Flug. Die Sonne ging auf und fiel mit Wucht durchs Pilotenfenster ein.
Ich plazierte meine silberne Sonnenblende und saß glücklich bei diesmal kühlen Temperaturen -- ich würde
kein zweites Mal gebraten werden.
Es ist ein GROSSER Ozean. Tonga ist nach 2:40 Stunden Flugzeit immer noch 183 Seemeilen entfernt. Die
Inseln sind recht weit entfernt voneinander. Ich hatte gerade den Spritverbrauch für den letzten Abschnitt
mit 8.23 Gallonen/Stunde ausgerechnet und zwei Quarts an Öl [ein knapper Liter] verbraucht.
Voll auf Kurs. Da ich zwei Quarts verbrauchte, aber nur ein Quart bei mir führte, startete ich mit
einem Quart zu wenig. Dies machte mir ein wenig Sorgen; zumindest hatte ich es im Hinterkopf.
Obwohl Avgas [AViation GASoline = Flugbenzin] in Pago verfügbar war, gab es kein Öl für Kolbenmotoren,
nur Jet-Öl, und ich führte nur das eine Quart Öl als Reserve mit mir. Von un an, denke ich, werde
ich zwei Quarts mit mir führen.
Die Kommunikation erschöpft sich im Funken zu bestimmten Zeiten auf bestimmten Frequenzen; ich
weiß nicht ob das an mir liegt oder einfach die Art und Weise ist, wie sie hier im Luftraum von
Tonga verfahren; egal, es scheint zu funktionieren. Ich weiß nicht warum, aber ich kann mich
auf diesem Flug nicht entspannen. Die Gegenwinde sind bis zu 30 Knoten stark, und mich nervt
einfach alles. Ich habe einen Knoten im Magen. Alle Anzeigen und Instrumente sind ok. Hoffentlich
beruhige ich mich wieder. Ich habe einen Anflug von Klaustrophobie ob des linken, wegen der
Sonne abgedeckten Cockpitfensters (so wie es meiner Mutter immer erging), also schaue ich
fortwährend raus durchs rechte Fenster. Falls die Winde so bleiben, würde ich es immer noch
in elf Stunden schaffen. Ich werde die Entscheidung über Tonga treffen. Sogar der Sitz fühlt
sich nicht gut an. Viele Leute haben mich gefragt, ob mein Hintern nicht einschläft während
dieser Trips. Ich hatte während meiner vorhergehenden, 4- und 6-stündigen Trips nie irgendwelche
Probleme mit "Sattel Muskelkater" gehabt. Und ich kann glücklicherweise behaupten, nie
irgendwelches Unbehagen auf meinen ersten drei Abschnitten gehabt zu haben. Der Sitz ist
sehr komfortabel. Ich denke, es ist meine allgemeine Unsicherheit, die sich auch in anderen
Symptomen äußert.
Aber es ist ein wunderschöner sonniger Tag, sehr wenige bauschige Wolken, tief einatmen
und den Trip geniessen. Ich meine, ich kann die erste der Inseln von Tonga voraus erspähen.
Die Farbe des Meeres scheint sich in ein etwas helleres Blau zu wandeln. Ja, klick, erstes
Foto.
Als ich mich Tonga nähere, beginne ich mit ihnen auf VHF zu sprechen und fliege auf
deren VOR [Very High Omnidirectional Radio Range = Gerichtetes UKW Funkfeuer], Frequenz
114.5, zu. Sieht aus als ob ich keine Sicht nach unten bekäme, weil, es gibt eine Wolkenschicht
gerade unter mir. Meine Fluggeschwindigkeit kriecht hoch -- 113, 115, jetzt 117 Knoten.
Ich denke, ich werde aus dem Gegenwind heraus kommen und hoffentlich auf Rückenwinde treffen
bei der Annäherung an den nächsten Zyklon. Nicht ZU nah, wohlgemerkt.
Ok, ich bin südlich Tonga, Fluggeschwindigkeit ist hoch auf 120 Knoten, und nur noch 250 Seemeilen
von Auckland entfernt. Endlich fühle ich mich gut. Nur noch 9 Stunden. Während ich aufs VOR
zuflog rief N500MK, eine Beech, herein um zu grüßen. Sie hatte eine andere Insel zum Ziel
und dachte, ich wolle auf Tonga Halt machen. Dummerweise funktionierte sein zweites Funkgerät
nicht, wir konnten daher nicht auf der Luft/Luft-Frequenz 123.45 quatschen. Aber es war schön,
eine nette Stimme zu hören. Ich hörte an diesem Morgen die Kurzwellenbänder ab und meinte,
Jim und Ben, die Amateurfunker, zu hören, aber mein Empfang war sehr schwach. Es wäre nett
gewesen, zu quatschen. Ich konnte auch Scott auf Hawaii nicht erreichen. Auch konnte ich keine
eMail senden. Nun gut, ein Tag ohne viel Kontakt. Ich sollte eigentlich in der Lage sein,
Kurzwellenstationen auf Sydney zu erreichen um eine eMail zu senden, sobald ich mich weiter
näherte.
Ich dachte ich würde beim Überqueren der internationalen Datumslinie in ein paar Stunden einen Tag
verlieren. Aber die Datumslinie verläuft weiter östlich parallel des Längengrades auf 172.5 Grad,
also ist es bereits Morgen!! Zeit, meine Uhr zu stellen. Ich bin auf diesem Trio viel in Wolken
gewesen. Die Wolken reichen bis hinauf auf 6100 Fuss, und ich bin auf 6000. Tatsächlich
ist es kühler außerhalb der Sonne, daher bleibe ich hier. Komme ich aus einer Wolke heraus,
gibt es nicht viel zu sehen außer anderen Wolkenschichten ringsum. Wenigstens gibt's
keine Gewitter hier. Der Wind weht jetzt zu meiner Rechten mit etwa 10 Knoten. Ich bin jetzt
rauf auf 141 Knoten, verbleiben noch 5.5 Stunden. Ich habe gerade auf den vorderen Tank geschaltet,
und nun fühlt es sich langsam an wie ein kurzer Trip. Sogar beim Abschalten meines schalldämpfenden
Headsets erschrecke ich nicht mehr -- wie bisher!!
In Ordnung, bin jetzt rauf auf 150 Knoten, der Wind hat auf Nordwest gedreht, wie vorhergesagt.
Ich bin 27 Grad südlicher Breite, das Zentrum des Zyklons war vor zehn Stunden auf 26 Grad
südlicher Breite (aber ausreichend weit westlich). Während ich weiter südwärts fliege, sollten
sich Rückenwinde noch zunehmen. Bin jetzt bei 160 Knoten, und lächle.
Die Wolken werden dichter und es beginnt zu regnen. Es erinnert mich an unseren Trip nach
Alaska; als wir die Rockies [Rocky Mountains] aufgrund von Wolken und Vereisung nicht
überqueren konnten, flogen wir zwei Stunden durch diese Suppe auf unserem Rückflug nach
Ft. Nelson.
Diese Wolkenschichten hier scheinen stoßweise oder so aufzutreten, daher werde ich vielleicht hie und da
aus ihnen heraus kommen. Das hat zwei Vorteile: Einmal hält es das Flugzeug sauber, und bei
20 Grad Celsius gibt es keine Vereisung. Ich versuchte, auf 8000 Fuss zu steigen, blieb aber immer
noch in den Wolken. Ein paar Stunden später habe ich einen Knoten in Magen; es regnet immer noch,
mitunter heftig und immer wieder auch ist es recht turbulent. Ich fühle mich nicht wohl und mache mir
Sorgen. Weniger als drei Stunden zu fliegen und bei Tageslicht zu landen sind die einzigen
mich beruhigenden Gedanken.
Der Rückenwind brachte mich mitunter bis hinauf auf 180 Knoten, bin aber jetzt wieder bei 150, muss mich jetzt
also weiter südlich des Zyklons befinden. Ich klammere mich weiter an den Gedanken, am Horizont sei es heller,
aber es klart einfach nicht auf....doch halt, jetzt scheint es voraus wirklich aufzuklaren. Ich sehe eine
Schicht von Wolken unterhalb und einige über mir, aber aus den dichten Wolken bin ich raus. Kann jetzt sogar
das Wasser unter mir sehen. Imme rnoch leichter Regen, aber ruhige Luft. Wie ich so weiter nach Süden
vordringe, wird es tatsächlich kühler, habe gerade die Lüftungsdüsen geschlossen!! Doch ein großer
Unterschied zum letzten Abschnitt entlang des Äquators. Die Außentemperatur ist runter auf 5 Grad.
Nur noch zwei Stunden jetzt, in zwei Stunden schalte ich um auf VHF. Ich war leider auf diesem Trip nicht
in der Lage, jemanden auf Kurzwelle zu erreichen.
Und, dort ist es, dort ist Neuseeland. Das waren zwei lange Wochen, aber das war es wert. Die Planung
war GROSSARTIG, das Fliegen war sehr schön (ein paar Frustrationen und Sorgen, naja) und in Auckland
zu landen ist einfach geil.
Nach der Landung wurde ich aufs Vorfeld dirigiert und mir Slot 83 als Parkposition zugewiesen;
mitten zwischen zwei "Großen". Ich war perplex. Ich machte Fotos aus der Kabine heraus, in welcher
ich wegen Dekontamination ganze fünf Minuten festsaß, und von außerhalb (Fotos oben links, Mitte
und rechts).
Ich melde mich jetzt für zwei Wochen ab. Ich werde falls möglich das Geschehen in
Neuseeland aktualisieren.