Auf silbernen Flügeln


Über den Ozean nach Neuseeland




© Carol Ann Garatt
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Last Update:05.02.2004

Disclaimer

Vierter Abschnitt: Amerikanisch Samoa nach Neuseeland

Flugroute Von Amerikanisch Samoa nach Neuseeland, 1558 Seemeilen, 11 Flugstunden, vergleichsweise kurz .....es ist diesmal alles relativ kurz


Es gibt eine ziemlich große Anzahl von Inseln entlang der Strecke, die diesen Reiseabschnitt ein wenig interessanter machen. Ich werde einen Ölwechsel am Flugplatz Ardmore, südöstlich vom Flugplatz Auckland gelegen, machen lassen. Ich habe bereits nachgehakt, AeroShell ist jederzeit zu haben.
Mir ist bange, meine Tante in Whangarei, nördlich von Auckland, zu besuchen. Mein Vati wird auch anreisen, und zusammen planen wir mit Zug und Flugzeug ein wenig von Neuseeland zu entdecken.

Flugbericht: Pago Pago nach Auckland, Neuseeland 14. - 15. März

Wieder unterwegs -- nach einem weiteren schwierigen Morgen. Ich denke, ich sollte mit Problemen rechnen, and ich werde wahrscheinlich noch mehr in anderen Ländern haben, da ich nicht alle Regeln und den erforderlichen Papierkram kenne.
Früh aufgestanden, der nette Meteorologe von der Nachtschicht lies mich seine Ausrüstung benutzen -- er schlief auf dem Boden und ging raus, eine Zigarette rauchen während ich mir das Wetter betrachtete. Die Winde kommen mit 10 - 15 Knoten aus dem Westen, viel besser als gestern. Der erste Zyklon ist vorbei gezogen, un der zweite sieht größer aus, ist aber noch nordwestlich von Neuseeland. Die Vorhersage für Auckland zeigt klares Wetter zum Zeitpunkt meiner Ankunft. Zeit, das Flugzeug klar zu machen.
Als ich gerade nach draußen will, beginnt es in Strömen zu regnen. Ich entschließe mich, zuerst den Papierkram zu erledigen. Als ich an den Büros vorbeikam, waren alle Lichter aus und die Türen verschlossen, obwohl man mir am Vortag erklärte, jemand würde da sein. Einer vom Sicherheitsdienst fand mich und versicherte, jemand würde anwesend sein und klopfte an die Tür. Wir hörten ein Rascheln und der Zöllner kam an die Tür. Ein anderer Zöllner aus einer vorherigen Schicht sagte, ich solle hier erscheinen, um meine Papiere vor meiner Abreise gestempelt zu bekommen, erklärte ich. Ich zeigte ihm das papier (die Quittung von meiner Ankunft). Dies sei das falsche Formular, meinte er, und ich bräuchte eine Zollerklärung, die vor der Abreise zu stempeln sei. Ich habe keine solche, antwortete ich, ich sei eine Privatpilotin und kein Unternehmen. Nach einigen Diskussionen wollte der Zöllner nichts außer der vorschriftsmäßigen Zollerklärung akzeptieren, die ich von Samoan Air bekommen würde. Ich trottete rüber zu Samoan Air und fand schließlich einen Piloten, der mich ins Büro ließ und mir ein Blanko- Formular ausdruckte. Carrie ist ein Amerikaner, der für Samoan Air fliegt; ich dankte ihm mehrfach, und er wünschte mir alles Gute.
Zurück zum Zoll -- der Zöllner lächelte, als er sah, das ich das richtige Papier hatte, das Formular gerne abstempelte und mir einen guten Flug wünschte. Er war verwundert darüber, das der Flug elf Stunden benötigen würde und hoffte, ich würde nicht allzu müde werden.
Es hatte aufgehört zu regnen, also beladen, Vorflugkontrolle und den Motor starten. Ich rief Amy und Ella im Tower, sie gaben mir meine Freigabe und liessen mich rollen. Sie nannten mir die Kurzwellenfrequenzen, und ich hob mit einer sehr niedrigen Steigrate ab. Sie fragten, ob ich heute Morgen beim Tower reingeschaut hätte; nein, erklärte ich, ich hätte meine Wettervorhersage bekommen und daher nicht noch den Tower aufgesucht. Das war bedauerlich, da die beiden eine Art care Paket für mich vorbereitet hatten. Jetzt tat es mir leid, dass der Meteorologe mich in sein Büro gelassen hatte. Ich war ein wenig knapp dran mit Nahrung auf diesem Flug. Danke Amy und Ella!
Es fanden sich vereinzelte Sturmzellen ringsum, und einige Blitze von Wolke zu Wolke, aber das Wetterradar zeigte nichts. Als ich eine Höhe von 1000 Fuss durchstieg, stotterte der Motor. Ich schluckte, der Motor fing sich wieder und es ging weiter. Ein paar Minuten später dann gravierende Aussetzer des Motors. Ich kurvte und kehrte zurück nach Pago. Ich rief Ella und Amy und sagte ihnen, ich werde kehrt machen und weiterhin steigen, und das der Motor leicht stotterte und ich während des Steigflugs näher am Land sein wollte. Sie genehmigten das Manöver. Ich rief wieder rein als ich, endlich auf Höhe, mich erneut davon machte. Sie wünschten mir einen guten Flug.
Die Weitergabe der Position über Faleolo (Samoa) Anflugkontrolle klappte so la-la, nachdem ich unter Vermittlung eines Polynesischen Linienfluges mit AUckland Radio und dann wieder mit der Pago Anflugkontrolle gesprochen hatte. Jeder wollte wissen wo ich war. Als ich an Dua Amotu (Tonga) abgegeben wurde, war das Funken wegen Störungen auf der Kurzwelle schwieriger, aber wir verständigten uns, also machte ich weiter. Ich war nicht sicher ob sie meine nächste Positionsmeldung empfangen hatten, also machte ich meine Meldung auch über Auckland Radio. Die schickten mich zurück zu Fua Amotu. Von Frank und Greg erfuhr ich dass New Zealand Air die "großen Hunde" in diesem Luftraum waren. Wenn die also wüßten wo ich sei, wäre ich ok, überlegte ich.
Ich hatte einen Gegenwind von ungefähr 9 Knoten zum Zeitpunkt des Starts, der nach zwei Stunden auf 20 Knoten zunahm. Ich war nicht allzu besorgt, der Wind sollte nachlassen, schließlich zum Rückenwind werden. Selbst falls nicht, ich hatte genug Treibstoff für den Flug -- ich freute mich einfach nicht auf einen weiteren 15-stündigen Flug. Die Sonne ging auf und fiel mit Wucht durchs Pilotenfenster ein. Ich plazierte meine silberne Sonnenblende und saß glücklich bei diesmal kühlen Temperaturen -- ich würde kein zweites Mal gebraten werden.

Es ist ein GROSSER Ozean. Tonga ist nach 2:40 Stunden Flugzeit immer noch 183 Seemeilen entfernt. Die Inseln sind recht weit entfernt voneinander. Ich hatte gerade den Spritverbrauch für den letzten Abschnitt mit 8.23 Gallonen/Stunde ausgerechnet und zwei Quarts an Öl [ein knapper Liter] verbraucht. Voll auf Kurs. Da ich zwei Quarts verbrauchte, aber nur ein Quart bei mir führte, startete ich mit einem Quart zu wenig. Dies machte mir ein wenig Sorgen; zumindest hatte ich es im Hinterkopf. Obwohl Avgas [AViation GASoline = Flugbenzin] in Pago verfügbar war, gab es kein Öl für Kolbenmotoren, nur Jet-Öl, und ich führte nur das eine Quart Öl als Reserve mit mir. Von un an, denke ich, werde ich zwei Quarts mit mir führen.

Die Kommunikation erschöpft sich im Funken zu bestimmten Zeiten auf bestimmten Frequenzen; ich weiß nicht ob das an mir liegt oder einfach die Art und Weise ist, wie sie hier im Luftraum von Tonga verfahren; egal, es scheint zu funktionieren. Ich weiß nicht warum, aber ich kann mich auf diesem Flug nicht entspannen. Die Gegenwinde sind bis zu 30 Knoten stark, und mich nervt einfach alles. Ich habe einen Knoten im Magen. Alle Anzeigen und Instrumente sind ok. Hoffentlich beruhige ich mich wieder. Ich habe einen Anflug von Klaustrophobie ob des linken, wegen der Sonne abgedeckten Cockpitfensters (so wie es meiner Mutter immer erging), also schaue ich fortwährend raus durchs rechte Fenster. Falls die Winde so bleiben, würde ich es immer noch in elf Stunden schaffen. Ich werde die Entscheidung über Tonga treffen. Sogar der Sitz fühlt sich nicht gut an. Viele Leute haben mich gefragt, ob mein Hintern nicht einschläft während dieser Trips. Ich hatte während meiner vorhergehenden, 4- und 6-stündigen Trips nie irgendwelche Probleme mit "Sattel Muskelkater" gehabt. Und ich kann glücklicherweise behaupten, nie irgendwelches Unbehagen auf meinen ersten drei Abschnitten gehabt zu haben. Der Sitz ist sehr komfortabel. Ich denke, es ist meine allgemeine Unsicherheit, die sich auch in anderen Symptomen äußert.

Flugroute Aber es ist ein wunderschöner sonniger Tag, sehr wenige bauschige Wolken, tief einatmen und den Trip geniessen. Ich meine, ich kann die erste der Inseln von Tonga voraus erspähen. Die Farbe des Meeres scheint sich in ein etwas helleres Blau zu wandeln. Ja, klick, erstes Foto.

Als ich mich Tonga nähere, beginne ich mit ihnen auf VHF zu sprechen und fliege auf deren VOR [Very High Omnidirectional Radio Range = Gerichtetes UKW Funkfeuer], Frequenz 114.5, zu. Sieht aus als ob ich keine Sicht nach unten bekäme, weil, es gibt eine Wolkenschicht gerade unter mir. Meine Fluggeschwindigkeit kriecht hoch -- 113, 115, jetzt 117 Knoten. Ich denke, ich werde aus dem Gegenwind heraus kommen und hoffentlich auf Rückenwinde treffen bei der Annäherung an den nächsten Zyklon. Nicht ZU nah, wohlgemerkt.

Ok, ich bin südlich Tonga, Fluggeschwindigkeit ist hoch auf 120 Knoten, und nur noch 250 Seemeilen von Auckland entfernt. Endlich fühle ich mich gut. Nur noch 9 Stunden. Während ich aufs VOR zuflog rief N500MK, eine Beech, herein um zu grüßen. Sie hatte eine andere Insel zum Ziel und dachte, ich wolle auf Tonga Halt machen. Dummerweise funktionierte sein zweites Funkgerät nicht, wir konnten daher nicht auf der Luft/Luft-Frequenz 123.45 quatschen. Aber es war schön, eine nette Stimme zu hören. Ich hörte an diesem Morgen die Kurzwellenbänder ab und meinte, Jim und Ben, die Amateurfunker, zu hören, aber mein Empfang war sehr schwach. Es wäre nett gewesen, zu quatschen. Ich konnte auch Scott auf Hawaii nicht erreichen. Auch konnte ich keine eMail senden. Nun gut, ein Tag ohne viel Kontakt. Ich sollte eigentlich in der Lage sein, Kurzwellenstationen auf Sydney zu erreichen um eine eMail zu senden, sobald ich mich weiter näherte.

Ich dachte ich würde beim Überqueren der internationalen Datumslinie in ein paar Stunden einen Tag verlieren. Aber die Datumslinie verläuft weiter östlich parallel des Längengrades auf 172.5 Grad, also ist es bereits Morgen!! Zeit, meine Uhr zu stellen. Ich bin auf diesem Trio viel in Wolken gewesen. Die Wolken reichen bis hinauf auf 6100 Fuss, und ich bin auf 6000. Tatsächlich ist es kühler außerhalb der Sonne, daher bleibe ich hier. Komme ich aus einer Wolke heraus, gibt es nicht viel zu sehen außer anderen Wolkenschichten ringsum. Wenigstens gibt's keine Gewitter hier. Der Wind weht jetzt zu meiner Rechten mit etwa 10 Knoten. Ich bin jetzt rauf auf 141 Knoten, verbleiben noch 5.5 Stunden. Ich habe gerade auf den vorderen Tank geschaltet, und nun fühlt es sich langsam an wie ein kurzer Trip. Sogar beim Abschalten meines schalldämpfenden Headsets erschrecke ich nicht mehr -- wie bisher!!

In Ordnung, bin jetzt rauf auf 150 Knoten, der Wind hat auf Nordwest gedreht, wie vorhergesagt. Ich bin 27 Grad südlicher Breite, das Zentrum des Zyklons war vor zehn Stunden auf 26 Grad südlicher Breite (aber ausreichend weit westlich). Während ich weiter südwärts fliege, sollten sich Rückenwinde noch zunehmen. Bin jetzt bei 160 Knoten, und lächle.

Die Wolken werden dichter und es beginnt zu regnen. Es erinnert mich an unseren Trip nach Alaska; als wir die Rockies [Rocky Mountains] aufgrund von Wolken und Vereisung nicht überqueren konnten, flogen wir zwei Stunden durch diese Suppe auf unserem Rückflug nach Ft. Nelson.
Diese Wolkenschichten hier scheinen stoßweise oder so aufzutreten, daher werde ich vielleicht hie und da aus ihnen heraus kommen. Das hat zwei Vorteile: Einmal hält es das Flugzeug sauber, und bei 20 Grad Celsius gibt es keine Vereisung. Ich versuchte, auf 8000 Fuss zu steigen, blieb aber immer noch in den Wolken. Ein paar Stunden später habe ich einen Knoten in Magen; es regnet immer noch, mitunter heftig und immer wieder auch ist es recht turbulent. Ich fühle mich nicht wohl und mache mir Sorgen. Weniger als drei Stunden zu fliegen und bei Tageslicht zu landen sind die einzigen mich beruhigenden Gedanken.

Der Rückenwind brachte mich mitunter bis hinauf auf 180 Knoten, bin aber jetzt wieder bei 150, muss mich jetzt also weiter südlich des Zyklons befinden. Ich klammere mich weiter an den Gedanken, am Horizont sei es heller, aber es klart einfach nicht auf....doch halt, jetzt scheint es voraus wirklich aufzuklaren. Ich sehe eine Schicht von Wolken unterhalb und einige über mir, aber aus den dichten Wolken bin ich raus. Kann jetzt sogar das Wasser unter mir sehen. Imme rnoch leichter Regen, aber ruhige Luft. Wie ich so weiter nach Süden vordringe, wird es tatsächlich kühler, habe gerade die Lüftungsdüsen geschlossen!! Doch ein großer Unterschied zum letzten Abschnitt entlang des Äquators. Die Außentemperatur ist runter auf 5 Grad. Nur noch zwei Stunden jetzt, in zwei Stunden schalte ich um auf VHF. Ich war leider auf diesem Trip nicht in der Lage, jemanden auf Kurzwelle zu erreichen.

Flugroute Flugroute Und, dort ist es, dort ist Neuseeland. Das waren zwei lange Wochen, aber das war es wert. Die Planung war GROSSARTIG, das Fliegen war sehr schön (ein paar Frustrationen und Sorgen, naja) und in Auckland zu landen ist einfach geil.

Flugroute Flugroute Flugroute Nach der Landung wurde ich aufs Vorfeld dirigiert und mir Slot 83 als Parkposition zugewiesen; mitten zwischen zwei "Großen". Ich war perplex. Ich machte Fotos aus der Kabine heraus, in welcher ich wegen Dekontamination ganze fünf Minuten festsaß, und von außerhalb (Fotos oben links, Mitte und rechts).
Ich melde mich jetzt für zwei Wochen ab. Ich werde falls möglich das Geschehen in Neuseeland aktualisieren.