Fünfter Abschnitt: Auckland, Neuseeland nach Sydney, Australien
Von Auckland, Neuseeland nach Sydney, Australien, 1427 Seemeilen
Nach mehreren Wochen des Reisens und Fliegens in Neuseeland ist es nun an der Zeit,
nach Sydney in Australien aufzubrechen.
Es ist erstaunlich, wie weit südlich Neuseeland im Vergleich zu Australien liegt. Tatsächlich
werde ich nordwetslich fliegen, um nach Sydney im südlichen Drittel Australiens zu gelangen.
Sydney ist eine faszinierende Stadt, in der es viel zu sehen gibt. Dann werde ich mich aufmachen,
Tasmanien, Cairns, Alice Springs zu besuchen und hoffentlich einige andere australische Orte mehr.
Flugbericht: Keri Keri nach Sydney via Norfolk Island und Lord How Island 31. März - 1.April
Als ich mit Piloten über die Überquerung der Tasmanischen See nach Sydney sprach, sagten sie
mir ausnahmslos, die Inseln entlang der Route zu besuchen statt in einem Rutsch zu fliegen.
Es gibt zwei Inseln zwischen Neuseeland und Australien: Norfolk Island ist 481 Seemeilen nordwestlich
von Keri Keri, und Lord Howe Island ist 484 Seemeilen südwestlich von Norfolk. Sydney ist dann nur noch
425 Seemeilen weiter südwestlich von Lord Howe Island. Drei relativ kurze Flüge von dreieinhalb bis
vier Stunden mit einer Übernachting anstatt eines langen 10 Stunden Nonstop-Fluges. Wir (ich und
meine Mooney) entschieden, dies würde mehr Spaß machen -- eigentlich war ich es, die das entschied
und meine Mooney nahm mich mit auf die Reise.
Am Montag Morgen, nach einem schönen Wochenende in Keri Keri mit meinem Cosuin Richard und seiner
Frau Helen war es an der Zeit, sich bereit zu machen und den Flugplan aufzugeben. Dies war mein
erster selbst erstellter internationaler Flugplan. Auf jedem meiner früheren Flüge hatte ich
Hilfe eines örtlichen Aero Clubs, eines Piloten, Fluglehrers oder eines Wetterbüros nebenan
gehabt. Aus dem Hotel rief ich in Wellington wegen einer Wetterberatung an. Die Person meinte,
sie benötige mehrere Stunden, solch einen Wetterbericht zu erstellen, koste 25 $ und ob ich
meine MasterCard Nummer nennen könne; er würde dann mit der Erstellung des Berichtes beginnen.
Ich sagte, ich würde zurück rufen. Ich hatte das Wetter bereits während der letzten paar Tage
beobachtet, das Tief zog ab nach Süden, ein Hoch zog von Sydney nach Osten, und es gab ein weiteres
Hoch weiter im Norden. Mit Sicherheit brauchte es nicht mehr als dies um zu wissen, daß das
Wetter ok war. Ich rief den Flugplatzmanager von Norfolk, um unsere ANkunft zu bestätigen
(die wiederum Zoll und Betankung bestätigen mussten) and fragte nach der Wettervorhersage.
Diese bestätigte eine aufgelockerte Bewölkung und variable Winde. Ich faxte meinen Flugplan,
bekam die Sendebestätigung. Auf zum Flugplatz zum Auftanken.
Eine fast geschlossene Wolkenschicht auf 2500 Fuss, die aber nach Norden hin auflockerte.
Da ich nur 100 Gallonen in den Flügeltanks hatte, war der Start von der 3500 Fuss langen
Piste im Gewichtslimit und verlief normal. Wir flogen nordwestlich direkt über die Nord Insel
an der Spitze Neuseelands. Entlang der Westküste gibt es einen 170 Kilometer langen Strand,
der aus der Luft aussah wie ein unberührter oranger Streifen Sand. Nach weniger als einer
halben Stunde waren wir wieder über offener See. Ich hatte in Erwartung dieses Flugabschnitts
nicht gut geschlafen und einen Knoten im Magen, der nicht verschwand. Ich prüfte und
prüfte die Anzeigen immer wieder, und alles sah in Ordnung aus. Der Motor hörte sich normal
an, nichts war anders wie sonst, aber das ungute Gefühl blieb. Da ich die Luft nicht
für drei Stunden anhalten könne, so sagte ich mir, versuche zu entspannen und normal zu atmen.
Funktionierte aber nicht. Erstmals war ich die drei Stunden lang nervös. Immer wieder Cumuluswolken,
stoßweise, mit größeren Lücken dazwischen; das kannte ich schon von früheren Flügen.
Keine Wolkentürme, keine Stürme, lediglich 12 - 15 Knoten Gegenwind, wie erwartet. Die Verständigung
mit Auckland über Kurzwelle zur vollen Stunde velief ohne Störung. Es hätte ein angenehmer Flug
sein können, war es aber nicht. Über dem Pazifik wurde mir klar, daß ich nicht das Zeug
zum Ferry Piloten hatte, und dies hier bestätigte meine Entscheidung. Phil, Du kannst meine
Bewerbung für den Job vergessen!!
Ungefähr 100 Seemeilen von Norfolk entfernt begann ich mich schließlich besser zu fühlen. Aus Sechzig Seemeilen
Entfernung konnte ich die Insel sehen und hob den Flugplan auf. Auckland bevorzugt das Aufheben des Flugplans
sobald man wieder auf dem Boden ist; ich erklärte ihnen, meine Schleppantenne für den Kurzwellenfunk müßte ich vor
der Landung einziehen und könne daher keine Landemeldung über Funk abgeben. Sie hoben den Flugplan daher auf.
Ich hatte bereits Kontakt mit Norfolk Unicom und setzte meinen Anflug fort. Alle 10 Seemeilen meldete ich verbleibende
Entfernung, Höhe und AnKunftszeit. Nicht das sonst jemand in der Luft gewesen sei, aber so ist nun mal das Verfahren.
Der Flugplatz Manager bestätigte meine Meldung mit einem Doppelklick auf die Sendetaste.
Die Insel da drauße gab sich majestätisch mit einer Krone aus Wolken über ihr. Die Hauptinsel besaß einen langen großen
Hügel und jede Menge Bäume. Südwestlich von ihr gab es einen kleinen unbewohnten roten Felsen. Die Landebahnen sind RIESIG
und sehr gut erhalten. Ich rollte lange bis zu den Terminalgebäuden und Zapfsäulen. Die Leute vom Zoll kamen und reichten
mir eine Sprühflasche zur Dekontamination durchs Fenster. Ich verschloß es, sprühte und wartete zwei Minuten. Das war die
gleiche Prozedur wie in Auckland, abgesehen von der kürzeren Wartezeit. Anschließend begaben wir uns zum Zoll um den
Papierkram zu erledigen, während der Tankwart die Tanks auffüllte. Er hatte vorab nach Australischen Dollars nachgefragt
und war enttäuscht, als ich sagte, zur Zeit nicht. Wir einigten uns auf das bezahlen am folgenden Morgen. Jeder hier begegnete
mir so freundlich während meines gesamten Aufenthaltes. Nach Beendigung der Zollformalitäten riefen die Zöllner in
Hotels an und warteten mit mir, bis ein freies Zimmer gefunden war und das Hotelpersonal mich abholen würde. Obwohl ich der
einzige Kunde im Terminal war, versicherten sie sich, das alles in Ordnung war, bevor sie mich verließen. Sogar der Portier
zeigte mir den Weg, empfahl Aktivitäten und nannte den Ansprechpartner falls ich zurück zum Flugzeug müßte. Das war
Kundenservice vom Feinsten und fand seine Fortsetzung überall auf der Insel.
Zum Hotelzimmer gehörte ein Auto und ich fuhr zur alten Strafkolonie -- die Hauptatraktion, die ich sehen wollte. Sie war
gut erhalten, in typischen kolonialem Stil. Falls die Gefangenen in der Lage gewesen waren über die Mauern zu sehen,
hätten sie einen prächtigen Ausblick auf den Strand gehabt. Ich war versucht, schwimmen zu gehen, hatte aber nicht die Zeit
gehabt. Ich fuhr die Hügel hinauf zur anderen Seite der Insel; es gibt eine Mole auf jeder Seite, aber kein tieferes
Wasser zum Andocken für große Schiffe. Die Inseln war picobello, nicht ein Stück Papier oder Müll irgendwo. Die Stadt
war sehr touristisch, nicht mein Ding, aber die Touren mit dem Auto waren interessant. Ich fuhr zum Wetterbüro gleich
am Flugplatz gelegen und sprach mit Pat. Er versicherte mir, sie seien in der Lage, mir morgen früh das neueste
Wetter geben zu können und zeigte miir einige der verfügbaren Karten, und wohin die aktuellen Hochs und Tiefs hinzogen.
Ich wollte so eine Abendveranstaltung mit Abendessen und Show besuchen, denn dort wurde in Abriß der Inselgeschichte
geboten, aber es gab einige große Reisegruppen in der Stadt, und alles war ausgebucht. Auf dem Speiseplan stand also
ein Abendessen udn frühes zu Bett gehen.
Nach ein wenig Regen während der Nacht war der Morgen strahlend und klar. Ich bereitete meinne Flugplan vor, um ihn
rechtzeitig zu faxen, sobald das Büro öffnete. Dann machte ich mich wieder auf zum Wetterbüro. David, der Meteorologe der
Frühschicht, wahr sehr hilfreich. Her hatte gerade einen Wetterballon gestartet und verfügte über Echtzeit-Windberichte
in allen Höhen. Sechstausend Fuß war meine optimale Flughöhe, da die Winde zwischen 8 - 10.000 Fuss zunahmen und
mehr aus westlicher Richtung kamen. Die Satellitenbilder zeigten eine kleine nach Südost ziehende Gewitterzelle im Südwesten,
die mit einem leicht westlichen Kurs einfach zu umfliegen war, bevor ich nach Südwest abdrehen würde. Da es sich um eine
einzelne Zelle handelte, war sie leicht auszumachen und zu umfliegen. Die Isobaren [Linien gleichen Luftdrucks] waren
weit auseinander, es würde daher nur leichte Winde geben. Da sist für die Landung auf Lord Howe Island von Bedeutung,
da dort am Platz notorisch starke Turbulenzen aufgrund der um die Vulkane peitschenden Winde herrschen. Sieht wohl für
die Ladnung später am Tag ganz ok aus. Ich hatte genug Treibstoff zum Weiterflug nach Sydney für den Fall, daß die Winde
schlimmer waren als vorhergesagt.
Am Flugplatz tauchte der Tankwart wegen der Bezahlung auf, und Rob, der Airport Manager kam vorbei um zu sehen, ob ich
irgend etwas bräuchte. Er gab nach meinem Abflug meine Flugzeit an Lord Howe weiter, damit sie wußten, wann mit mir
zur rechnen sei. Jedermann war von meiner ANkunft bis zu meinem Abflug außerordentlich hilfsbreit auf dieser kleinen
unabhängigen Insel.
Wir starteten von der tadellosen Piste und umkreisten die Insel vor unserem Abflug nach Südwesten. Ich war ausgeruht, entspannt
und fühlte mich gut. Was für ein Unerschied zum vorigen Tag. Ich genoß den kurzen dreieinhalb-stündigen Flug, machte kleine
Umwege um die Gewitterzellen und wurde, als wir uns Lord Howe näherten, von Auckland an Brisbane Radio übergeben. Ich bat
und bekam eine Freigabe zum Sinkflug, konnte Brisbane dann aber nicht mehr erreichen, um meinen Flugplan zu schließen.
Lord How Radio, ich denke, es war das Wetterbüro, gab außerordentlich detaillierte Windinformationen an beiden Enden
der Piste: Generell Winde aus 130 [Südost] mit 9 Knoten, an der Schwelle der Piste 10 Winde aus 110 - 140 mit 13. in Böhen
bis zu 25 Knoten. An der Schwelle zur Piste 28 Winde mit 10, in Böhen bis zu 15 Knoten. Nach dem Passieren der Schwelle
der Piste 10 dann war ich im Windschatten eines der Vulkane und die Winde ließen nach.
Eine zweite Person erklärte den Anflug und mit was ich rechnen müßte. Beide Personen waren mit ihren Informationen sehr präzise.
Eine große Hilfe.
Anflug auf Lord Howe Island von Nordost zeigt zwei große Vulkane auf der Südseite der Insel; die Landepiste findet sich
gerade in der Mitte auf der anderen Seite des Hügels. Nach Südwest, ungefähr 12 Seemeilen, existiert Ball's Pyramid,
mit 1811 Fuß Höhe die größte Felsspitze der Welt.
Es gibt eine erstaunliche Anzahl von Häusern auf der Insel; 350 Personen leben hier, wie ich später erfuhr.
Stan, der Zollbeamte, war hier so wie sein Vater geboren worden. Ich kam schnell durch den australischen
Zoll und machte einige Bilder der Insel und den Vulkanen. Unglücklicherweise konnte ich kein Auto mieten noch
ein Taxi bekommen, also ging ich weiter meinen Weg.
Auch hier war das Wetterbüro sehr hilfreich, lieferte Höhenwinde, das TAF für Sydney [TAF = Terminal Aviation Forecast
= Platzwettervorhersage] und das Streckenwetter.
Der letzte Flugabschnitt war glücklicherweise eriegnislos. Hundert Seemeilen entfernt von Brisbane kommunizierte ich
mit Brisbane Radar, die mich sofort identifizierten. Also keine weiteren Positionsmeldungen mehr und ich rollte meine
Schleppantenne ein. Ich hatte mehrere Funkkontakte mit Hawaii auf Kurzwelle versucht, ohne Erfolg, genauso erfolglos
eMail via Kurzwelle. Die Übertragung scheint tagsüber nicht gut zu sein, funktioniert aber sehr gut mit Auckland und Brisbane.
Als wir Sydney passierten, knipste ich ein Foto der Brücke und hoffte, das Opernhaus wäre mit auf dem Bild. Sie können
die Rückseite auf dem Bild in der unteren Mitte gerade so erkennen.
Ich schaute nach dem Flugplatz Bankstown, aber ich sah westwärts in die Sonne und den Dunst. Ich konnte ihn trotz seiner
drei parallelen Pisten nciht ausfindig machen. Ich hörte ein leisen Lachen als mimir die Anflugkontrolle eine
Rechtskurve anwies und ich den Platz direkt über der Tragfläche sah -- dort war er, ich war genau drüber. Ich meine, ein
weiteres Lachen gehört zu haben, als ich mit dem Tower sprach. Aber sie gaben mich für den Anflug auf die Piste 11 frei
und ich folgte einem Einweisungswagen zum Wartebereich für den Zoll. Ich erklärte ihnen, ich sei bereits auf Lord
Howe durch den Zoll, aber ich müsse nochmals durch den Zoll, so ihre Anweisungen für mich. Die Leute vom Zoll meinten,
mehr Papierkram sei nötig. Ich füllte ein Dokument für die Besatzung udn eines - ganz wichtig - für das Flugzeug aus..
Bei einem Aufenthalt von länger als zwei Monaten müßte ich den Wert des Flugzeuges versteuern.... ich denke, in einem
Monat werde ich wieder unterwegs sein.
Ich freue mich, Australien zu bereisen und werde meine Berichte im Laufe des nächsten Monats
aktualisieren.